Drei Viertel der marinen Fischbestände weltweit gelten heute als überfischt oder bis zur Tragfähigkeitsgrenze genutzt. Überfischung bedeutet in jedem Fall, dass die Fangmengen langfristig geringer sind, als sie sein könnten. Etliche Fischbestände sind aufgrund der hohen Fangmengen sogar zusammengebrochen, das heißt, dass auch bei sehr hohem Aufwand kaum mehr Fische gefangen werden können. Forscher befürchten, dass viele weitere Bestände zusammenbrechen werden, wenn sich Fischereimanagement und -politik nicht drastisch ändern.
Überfischung führt nur kurzfristig zu hohen Erträgen. Langfristig liefert ein überfischter Bestand nur wenige und kleine Fische, denn erstens werden die Fische gefangen, bevor sie ausgewachsen sind, und zweitens vermehrt sich ein überfischter, geringer Bestände nicht so stark wie ein weniger befischter und darum größerer Bestand. Bei besserem Management könnten die Weltmeere auch langfristig einen weitaus größeren Beitrag zur Ernährung leisten, als sie es gegenwärtig tun. Die Weltbank schätzt in einem 2008 veröffentlichten Bericht (http://www.donorplatform.org/component/option,com_docman/task,doc_details/gid,742/), dass die weltweite Meeresfischerei bei richtigem Management dauerhaft jedes Jahr 50 Milliarden US$ zusätzlich erwirtschaften könnte.
Besseres Management könnte die Erträge langfristig erhöhen
Das Grundproblem, das zur Überfischung führt, besteht darin, dass Fische im Meer niemandem gehören. Daher haben Fischer einen ökonomischen Anreiz, sich möglichst viel von den geringer werdenden Fangerträgen zu sichern. Dazu betreiben sie einen hohen Aufwand (Schiffe, Fangtechnik und Arbeitskräfte), durch den erstens zu viele und zu kleine Fische gefangen werden, der zweitens die marinen Ökosysteme stärker beeinträchtigt als erforderlich und der drittens darüber hinaus auch wirtschaftlich weitaus kostspieliger ist als sinnvoll.
Ohne bessere Politik werden mehr und mehr Bestände zusammengebrechen
Manche Bestände sind so stark befischt worden, dass sie sich auch langfristig nicht davon erholen werden – sie sind zusammengebrochen. Ein prominentes Beispiel sind die früher sehr großen Kabeljaubestände vor der Küste von Neufundland, die Anfang der 1990er Jahre zusammengebrochen sind und sich seitdem nicht wieder erholt haben. Folglich liefern sie auch keine Fischereierträge mehr. Die Fischerei wurde 2003 endgültig geschlossen (http://www.millenniumassessment.org/). Für eine Reihe von weiteren Beständen wird befürchtet, dass sie kurz vor dem Zusammenbruch stehen, denn mit hochentwickelten modernen Fangmethoden können diese Fischarten auch dann profitabel gefangen werden, wenn ihr Bestand bereits sehr zusammengeschrumpft ist. Das gilt insbesondere für Schwarmfische, wie z.B. Heringe oder Sardellen.
Ansprechpartner
|