Grenzflächen (Barrieren) schützen den menschlichen Körper gegenüber seiner Umwelt. So genannte Barriereorgane wie Mund, Lunge, Haut und Darm sichern das Innere des Menschen vor dem Eindringen von Schadstoffen, die beispielsweise in der Luft oder der Nahrung vorkommen. Gelingt diese Abgrenzung nicht mehr vollständig, treten Entzündungskrankheiten auf. Der menschliche Körper reagiert zuerst mit Abwehrreaktionen, reichen diese aber nicht aus und die Entzündung hält an, kommt es zu chronischen Krankheiten wie z.B. Morbus Crohn, Asthma oder Neurodermitis. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Endzündungskrankungen sind sie offenbar ein Phänomen der modernen Zivilisation.
Biologische Barrieren, die sich ursprünglich aus simplen marinen Lebensformen entwickelt haben, sind sehr wichtig für die menschliche Gesundheit. Sie funktionieren entweder passiv (z.B. bei bakteriellen Zellwänden) oder auch aktiv, in dem ein Gefälleunterschied (Gradient) produziert wird. Häufig übernehmen sie wichtige Funktionen, so wird beispielsweise in den Nieren die Entgiftung geregelt.
Im Gegensatz zum Menschen, der seine direkte Umwelt kontrolliert, müssen sich marine Organismen stetig ihrer veränderten Umwelt anpassen. Seit Millionen von Jahren stehen sie unter einem hohen Selektionsdruck und haben so eine große genetische Vielfalt an Barrieregenen entwickelt. Die unterschiedlichen Gene in der Oberfläche (Barriere) von marinen Organismen ermöglichen vielleicht Rückschlüsse auf menschliche Barrieren und deren genetische Defekte.
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