Meeresspiegelanstieg und Küstengefährdung

Einschätzung der Küstenentwicklung und zukünftiger Gefährdung
Um mehr Informationen zu bekommen, welche Küstenstriche am meisten durch den Meeresspiegelanstieg gefährdet sind, bedarf es in der Zukunft intensiven Untersuchungen. Das werden in diesem Teilprojekt "Meeresspiegelanstieg und Küstengefährdung zwei Juniorforschergruppen übernehmen:

Die Juniorforschergruppe "Sea-Level Rise and Physical-Morphological Changes in Coastal Seas" wird insbesondere das Zusammenwirken der Schnittstellen Land—Meer, Süßwasser—Salzwasser und Wassersäule—Sedimente analysieren. Erkenntnisse über die Wassersäule und den Meeresboden mit seinem Aufbau und Strukturen werden mit Informationen über Sediment-Transport, -Ablagerung und -Abtrag (Erosion) gekoppelt, um Aussagen über die Gefährdung, insbesondere von Flussmündungsgebieten, treffen zu können. Hauptziel dabei ist es, räumlich-zeitlich hochauflösende Methoden zu entwickeln mit denen komplexe vierdimensionale hydrodynamische Strukturen und Sedimentflüsse in der Wassersäule visualisiert werden können. Weiterhin sollen Sedimentstrukturen auf und unter dem Meeresboden erfasst werden. Parallel dazu sollen an Land seismische und Georadar-Messungen genutzt werden, um Veränderungen der Küstenlinien aufzuzeigen. Mit diesen verschiedenen Komponenten können Strategien zur Einschätzung der Küstengefährdung entwickelt werden.

  • Veränderungen im küstennahen Gefälle des Meeresbodens
  • Veränderungen im küstennahen ozeanischen Zirkulationssystem
  • Einflüsse auf das Küstensediment-Budget inklusive Raten und Bilanzen der Erosion, Sedimentation und Sedimentumlagerung
  • Auswirkungen auf biologische und ökologische Systeme
  • Beeinträchtigungen der Küsteninfrastruktur


Die Juniorforschergruppe, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen mariner Sedimentologie und mariner Geophysik, wird sich besonders mit den Veränderungen in Flussmündungssystemen und der angrenzenden Küstengebiete durch den Anstieg des Meeresspiegels beschäftigen:

  • die Zerstörung von Flussdeltas bzw. deren Umgestaltung zu Ästuaren,
  • die Verlagerung der Küstenlinien in Richtung Land und
  • die landwärtige Verlagerung der Salzwasser-Süßwasser-Grenze im Grundwasser, die zur Verschmutzung der Trinkwasser-Ressourcen führen kann,


sind wichtige Forschungsziele der Juniorforschergruppe.

Die zweite Juniorforschergruppe "From Coastal Hazards and Vulnerability to Risk Management" wird die gewonnenen Informationen mit sozioökonomischen und ökologischen Daten zusammenführen, um quantitative, modellbasierte Werkzeuge zur Risikoabschätzung zu entwickeln. Vorrangig sollen in ausgewählten Küstenregionen, die möglichen Naturgefahren wie Meeresspiegelanstieg, Sturmfluten, Hurricans oder Tsunamis identifiziert und daraus resultierende Schäden aus gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Sicht bewertet werden, um die Kosten und Nutzen von Vorsorge- und Schutzmaßnahmen abschätzen zu können. Das Ziel ist ein ganzheitliches und effizientes Risiko-Management-System, dass dann von Entscheidungsträgern, Planern oder auch Versicherungsgesellschaften genutzt werden kann, um künftige Folgen der Risiken aus dem Ozean vermeiden oder abmildern zu können.

Wissen vertiefen
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