Das Meer muss in ökonomische Analysen einbezogen werden
Die Ozeane nehmen in dem globalen Kohlenstoffkreislauf einen großen Teil der Treibhausgasemissionen auf und verhindern so einen schnelleren Klimawandel. Gleichzeitig verändert die Aufnahme von CO2 und der Klimawandel die Pufferkapazität der Ozeane. Die Versauerung der Ozeane verändert die biologischen Bedingungen mit möglicherweise beträchtlichen Auswirkungen auf die kommerzielle Nutzung der Ressourcen des Ozeans und die Erwärmung der Ozeane kann zur Freisetzung von Methan aus den Ozeanen führen. Die Ozeane spielen deshalb eine wichtige Rolle in dem Zusammenspiel von Klimawandel und Klimapolitik mit wirtschaftlichen Aktivitäten und einer nachhaltigen Entwicklung, werden aber in der ökonomischen Analyse des Kohlenstoffmanagements bislang weitgehend ignoriert.
Die Auswirkungen des anthropogenen Ausstoßes von Treibhausgasen werden ohne eine explizite Berücksichtigung des Ozeans nicht richtig eingeschätzt. Die externen Kosten werden unterschätzt, wenn Auswirkungen wie die Versauerung der Ozeane nicht entsprechend internalisiert werden. Als Folge wird in einer Kosten-Nutzen Analyse ein möglicherweise zu hohes Stabilisierungsniveau für den CO2-Gehalt in der Atmosphäre ermittelt. Außerdem bestimmt der Ozean entscheidend den Risikogehalt des jeweiligen Emissionspfads, wenn Reaktionen wie die Veränderung der thermohalinen Zirkulation oder die Destabilisierung von Methanhydraten miteinbezogen werden. Der Ozean hat aber auch das Potential die Kosten für die Vermeidungsmaßnahmen maßgeblich zu beeinflussen. Die Möglichkeit, CO2 unter dem Meeresboden zu deponieren, erlaubt den Einsatz fossiler Energieträger mit begrenzten Auswirkungen auf das Klima.
Eine Analyse der mit dem Klimawandel verbundenen Schäden, Kosten und Risiken führt unter Vernachlässigung des Ozeans im globalen Kohlenstoffkreislaufs somit zwangsläufig zu einer Fehleinschätzung.
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